Welche verschiedenen Einlagenarten gibt es?
Bügeleinlage vs. Näheinlage
Was ist eine Bügeleinlage?
Die Bügeleinlage (auch Fixiereinlage genannt) ist ein beschichtetes Textil, das zwischen dem Oberstoff und dem Futter thermisch fixiert wird. Sie besteht aus zwei Elementen:
- Einer textilen Basis, die gewebt, gewirkt oder ein Vliesstoff sein kann.
- Einer Beschichtung aus thermoaktivierbaren Klebepunkten, die unter Hitze schmelzen, um die Einlage dauerhaft mit dem Stoff zu verbinden.
Die Bügeleinlage verleiht Struktur, ohne das Erscheinungsbild des Stoffes zu verändern.
Warum sollte man eine Bügeleinlage verwenden?
- Um Kleidungsstücken Form und Stand zu verleihen
- Um die Anzahl sichtbarer Falten zu reduzieren
- Um die Verarbeitung und Handhabung zu erleichtern
- Um die Lebensdauer des Kleidungsstücks zu verlängern
- Um das optische Erscheinungsbild zu verbessern
Wo wird die Bügeleinlage angewendet?
Bügeleinlagen werden bei verschiedenen Arten von Kleidungsstücken eingesetzt, sowohl in der Herren- als auch in der Damenbekleidung. Sie erfüllen jedoch in der Herrenmode eine andere Funktion als in der Damenmode. Bei Herrenkleidungsstücken sorgt sie für einen kantigen, geraden Look, um Statur und Präsenz zu verleihen. Bei Damenkleidungsstücken verleiht sie Form, ohne die feminine Silhouette zu brechen.
Wie wird die Bügeleinlage aufgebracht?
Es gibt verschiedene Methoden, um Bügeleinlagen aufzubringen (Bügeleisen, Fixierpresse/Flachbettpresse, Durchlaufpresse). In unserem speziellen Leitfaden erfahren Sie mehr über den Fixierprozess, die Maschinen und die optimalen Fixierparameter.
Was ist eine Näheinlage?
Eine Näheinlage ist ein textiles Element, das zwischen zwei Stofflagen eingefügt wird, um ein Kleidungsstück zu verstärken. Es gibt verschiedene Arten von Näheinlagen, wie Schneidereinlagen/Pikierleinen, Plastrons (Brusteinlagen), Kragenfilze, Ärmelfische, Schulterpolster oder auch Wattierung, um Kragen, Manschetten und Sakkovorderteile zu verstärken oder um Volumen zu verleihen (z. B. Watte für Daunenjacken).
Warum sollte man eine Näheinlage verwenden?
Genau wie Bügeleinlagen ermöglichen Näheinlagen:
- Kleidungsstücken Form und Stand zu verleihen
- Die Anzahl sichtbarer Falten zu reduzieren
- Die Verarbeitung zu erleichtern
- Die Lebensdauer des Kleidungsstücks zu verlängern
- Das Erscheinungsbild zu verbessern
Im Einzelnen bieten sie jedoch noch spezifische Vorteile:
- Sie verleihen Sakkos und Jacken Statur und Präsenz
- Sie verleihen Mänteln/Daunenjacken Volumen (Wattierung)
- Sie verstärken die Vorderteile von Anzugsjacken (Plastrons)
Wo wird die Näheinlage angewendet?
Näheinlagen werden hauptsächlich in Jacken, Sakkos und Mänteln verwendet, um verschiedene strategische Teile des Kleidungsstücks zu verstärken.
Wie wird die Näheinlage verarbeitet?
Die Näheinlage ist die perfekte Lösung für empfindliche Stoffe, die hitzeempfindlich gegenüber dem Bügeleisen sind. Im Gegensatz zur bügelbaren Variante wird sie ohne Klebstoff fixiert: Stecken Sie die Einlage einfach auf die linke Stoffseite Ihres Zuschnitts und nähen Sie sie mit einer Hilfsnaht innerhalb der Nahtzugabe fest, um sie stabil mit dem Oberstoff zu verbinden.
Sie kann sowohl für eine vollständige Maßanfertigung verwendet werden, beispielsweise direkt von Einlagenrollen, oder mithilfe von vorgeformten Lösungen wie Schulterpolstern.
Fazit
Die Bügeleinlage ist die ideale Lösung, um Kreationen ohne sichtbare Nähte zu strukturieren, während für Stoffe, die weder Klebstoff noch Hitze vertragen, die Näheinlage die beste Wahl bleibt. Sie ist traditioneller im Charakter und bietet eine Flexibilität und Geschmeidigkeit, die eine Bügeleinlage nicht erreichen kann.
Vlies-, Gewebe- oder Wirkeinlage?
Wie wir bereits gesehen haben, besteht jede Einlage aus einer Basis, die vliesartig (nicht gewebt), gewebt oder gewirkt sein kann. Doch was bedeutet das genau?
Vlieseinlage (Vliesstoff)
Vliesstoffe besitzen keine traditionelle gewebte Struktur, sondern entstehen durch die direkte Verbindung von Textilfasern. Ihr Zusammenhalt wird durch chemische oder thermische Bindung gewährleistet, was eine industrielle Lösung darstellt, die technische Eigenschaften mit Kostenoptimierung verbindet. Allerdings bieten Vlieseinlagen oft nur eine geringe oder gar keine Elastizität. Aufgrund ihrer Struktur neigen sie dazu, bei wiederholter Haushaltswäsche an Haltbarkeit zu verlieren, weshalb sie insgesamt fragiler sind.
Gewebeeinlage
Im Gegensatz zu Vliesstoffen besitzen Gewebeeinlagen eine organisierte Struktur aus Kett- und Schussfäden, die auf einem Webstuhl gekreuzt werden. Die Leinwandbindung ist dabei die einfachste Form: Die Schussfäden verlaufen abwechselnd über und unter den Kettfäden, wodurch ein gleichmäßiges und robustes Gittermuster entsteht.
Es gibt verschiedene Arten von Leinwandbindungen:
| Bindungsart | Beschreibung | |
|---|---|---|
![]() | Leinwandbindung (Plain Weave) 1/1 | Kett- und Schussfaden verlaufen abwechselnd über- und untereinander. Optisch sieht man den Faden nur, wenn er oben liegt. |
![]() | 2/2-Bindung | Der Faden verläuft zweimal oben, dann zweimal unten. |
![]() | 3/1-Bindung | Dieses asymmetrische Verhältnis verändert den Griff des Stoffes radikal. Der Schuss- (oder Kettfaden) überspringt 3 Fäden, bevor er unter den 4. läuft. |
Wirkeinlage (mit Schusseintrag)
Wirkeinlagen basieren auf dem Ineinandergreifen von Fadenschlingen. Dieses spezifische Verfahren verleiht dem Textil eine hohe Dehnbarkeit und eine charakteristische Flexibilität, die sich ideal den Körperbewegungen anpasst.
Traditionelle Rundgewirke sind zwar wegen ihrer großen Flexibilität beliebt, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie sind leicht verformbar, lassen eine Richtungsstabilität vermissen und neigen dazu, unter Zugspannung oder beim Waschen auszuleiern oder Beulen zu bilden.
Im Gegensatz dazu korrigieren die von Chargeurs PCC verwendeten Gewirke mit Schusseintrag diesen Mangel strukturell. Durch das Einbringen gerader, quer verlaufender Schussfäden in den Kern der Maschenstruktur kombiniert diese Hybridtechnologie den natürlichen Fall eines Gewirkes mit der Stabilität eines Gewebes. Das Ergebnis ist ein sehr gutes Formgedächtnis und eine bemerkenswerte Formstabilität, die den Kleidungsstücken dauerhaft einen tadellosen Halt und eine perfekte Silhouette garantieren – ohne Kompromisse bei Leichtigkeit oder Komfort.
Bei Chargeurs PCC arbeiten wir im Wesentlichen mit 3 Gewirkearten:
| Gewirkeart | Beschreibung | |
|---|---|---|
![]() | Kettchen (Chaînette) | Die Kette wird unter Spannung verarbeitet, wodurch die übliche Schlingenoptik kaschiert wird. Der Fokus liegt auf dem Schuss, dessen texturierter Faden eine dichtere und voluminösere Oberfläche erzeugt und einen reichhaltigen Griff bietet. |
![]() | Schusseintrag | Die Kette verläuft von links nach rechts und bildet Rautenformen. |
![]() | Top Satin | Extrem dichte Hybridstruktur. Zusätzlich zum eingetragenen Schuss enthält sie eine weitere, nicht gewirkte Kette. Diese komplexere Konstruktion sorgt für ein geschlosseneres, blickdichteres Textil mit großzüglichem Volumen. |
Vlies-, Gewebe- oder Wirkeinlage: Fazit
| Preis/Positionierung | Vor- und Nachteile | |
|---|---|---|
| Vliesstoff | Wirtschaftlich / Preiswert | Geringe Elastizität, aber gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Massenproduktion / fragiler Aufbau. |
| Gewebe | Mittleres / Gehobenes Segment | Die Elastizität ist oft bidirektional und kann in manchen Fällen in Kettrichtung problematisch sein: mangelnder Halt des Oberstoffes. Bestens geeignet für klassische Anzugsjacken und Sakkos. |
| Gewirke | Premium / High-End | Sehr elastisch in Schussrichtung, was höchsten Tragekomfort garantiert. Verformt sich nicht, ideal für Damenbekleidung zur perfekten Bewahrung der Silhouette. |
Wie Sie sehen, stehen Ihnen beim Thema Einlagestoffe zahlreiche Optionen zur Verfügung. Alles hängt von Ihren Bedürfnissen ab: Der gewünschte Grad an Steifigkeit oder Flexibilität, das Budget, die Qualität und die Produktionsart sind Kriterien, die die für Sie passende Einlage bestimmen. Haben Sie noch Zweifel oder Fragen? Kontaktieren Sie uns oder fordern Sie direkt ein Muster an!









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